Archiv für März 2014

Tim Powers und der Steampunk

Der Autor

Tim Powers, ein amerikanischer Autor, wurde am 29. Februar 1952 in Buffalo, New York, geboren und lebt heute im südkalifornischen San Bernardino. 1 Robert A. Heinleins Roman 2 Red Planet (1949) soll ihn so fasziniert haben, dass er im Alter von dreizehn Jahren erste Geschichten verfasste, die aber keinen Verleger fanden. Während seines Studiums befreundete er sich mit zwei anderen Autoren moderner amerikanischer Phantastik: James P. Blaylock3 und Kevin Wayne Jeter. 4
Mit Philip K. Dick, 5 der ein wichtiger literarischer Einfluss wurde, verband Tim Powers bis zu Dicks Tod (1982) eine langjährige Freundschaft. Die Person des David in Dicks Roman Valis (1981) basiert auf Powers Persönlichkeit.
Tim Powers lehrt an der Orange County High School of the Arts und der Chapman University und ist gelegentlich einer der Lehrer in den Clarion Science Fiction & Fantasy Schreib-Kursen.
Bisher sind nur einige seiner Bücher in Deutschland publiziert. Mit The Anubis Gates (Die Tore zu Anubis Reich) erschien 1983 Tim Powers vierter Roman, ein Klassiker der Fantasy-Literatur, der mit dem Philip K. Dick Award ausgezeichnet wurde und weltweit Aufmerksamkeit fand. 6

Den Rest des Beitrags lesen »

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Tolkien Reloaded 3

J.R.R. Tolkien – The Fall of Arthur

foarth

Das Versepos The Fall of Arthur ist ein unvollendetes Gedicht J.R.R. Tolkiens, das Versmaß des altenglischen Beowulf imitierend, aber in modernem Englisch verfasst. 2013 hat Tolkiens Sohn Christopher dieses Gedicht postum herausgegeben. Es überliefert die letzten Tage aus dem Sagenkreis von Britanniens legendären Held, König Arthur. Atmosphärisch, in Form und Inhalt, wirkt das quasi-historische Setting des Gedichts mittelalterlich fiktiv.

In fast 1000, nach altenglischem Modell gebildeten, alliterierenden Versen, die in fünf Gesängen geordnet sind, erzählt Tolkien von den letzten Tagen des legendären Britenkönigs.
Wie schon zuvor in der Legende von Sigurd und Gudrún hat Christopher Tolkien auch diese Dichtung aus dem Nachlass seines Vaters mit Erläuterungen und einem Anhang zur altenglischen Dichtkunst versehen, der einen weiteren Vortrag J.R.R. Tolkiens zugänglich macht.
Christopher Tolkien schreibt in seinem Kommentar zu Arthurs Fall: It is well known that a prominent strain in my father’s poetry was his abiding love for the old ‚Northern‘ alliterative verse. In Sir Gawain and the Green Knight he displayed his skill in his rendering of the alliterative verse of the 14th century into the same metre in modern English. To these is now added his unfinished and unpublished poem The Fall of Arthur.

Den Rest des Beitrags lesen »

Hinterlasse einen Kommentar

Tolkien Reloaded 2

J.R.R. Tolkien – Die Legende von Sigurd und Gudrún

Die eddischen Verse über Sigurd und Gudrún, die Völsunga saga, das Nibelungenlied: Es gibt keine andere Saga, die für Nordeuropäer so wichtig ist, ebenso wichtig wie es Ilias und Odyssee für die Antike waren.

sigurd-und-gudrun

Ein neu entdeckter Tolkien? Eher nicht, sondern eine weitere postume Publikation eines der frühen Werke aus dem reichen Nachlass eines Autors, der sein Leben der nordischen Sprache und Mythologie verschrieben hat: J.R.R. Tolkiens Version der großen Sage der nordischen Welt.
Die Herausgabe dieser Versdichtung (2009 / 2010) ist eine enorme editorische Leistung. Die beiden Versepen von J.R.R. Tolkien, die in diesem Buch enthalten sind, wurden von Tolkiens Sohn Christopher erst 2009 im englischen Original herausgegeben. Christopher Tolkien hat außerdem sehr frühe Dokumente, Vorträge und Vorlesungen seines Vaters zur altnorwegischen und altisländischen Literatur einbezogen, um einordnen zu können, was sein Vater mit den beiden Versepen eigentlich bezweckte. Und er hat den Band mit einem umfangreichen Kommentaren versehen.

Den Rest des Beitrags lesen »

Hinterlasse einen Kommentar

Tolkien Reloaded 1

Narn i Chîn Húrin – Die Kinder Húrins

Often many earls must suffer misery through the will of one Beowulf, 3077-3078

The Spear of Destiny sticking right through me Nick Cave

Welaga nu, waltant got, wewurt skihit 1 Hildebrandslied

Vorbemerkung

Vor dreißig Jahren legte Christopher Tolkien postum die Kompilation Das Silamarillion vor, in dem er die Geschichten der Älteren Tage des Ersten Zeitalters seines Vaters neu auflegte. Nach dreißig Jahren Pause erschien mit Die Kinder Húrins eine weitere Erzählung J.R.R. Tolkien aus dem Sagenkreis der Älteren Tage, eine Erzählung, die aber nicht unbedingt neu zu nennen ist.

Kinder_Hurins

Mit The Legend of Sigurd and Gudrún setzte Ch. Tolkien dann seine Serie neuer Veröffentlichungen aus dem Nachlass seines Vaters fort, die er 2007 mit The Children of Húrin begann, und die er 2009 mit Tolkiens Nibelungen-Text weiterführte. Anders als bei Die Kinder Húrins, worin Tolkien ein Thema seiner fiktiven Mythologie thematisiert, handelt es sich bei diesem altnordischen Stoff um ein Epos in alliterienden Versen. 2013 bearbeitete und publizierte Ch. Tolkien mit The Fall of Arthur (2013) ein weiteres, nordisch-mittelalterlich inspiriertes Versepos seines Vaters, das bis 2014 ins Deutsche übersetzt werden soll.

Die Vorgeschichte

Die Sage von Túrin Turambar nimmt ihren Beginn im Anschluss an die Schlacht der Ungezählten Tränen. Der Prolog der Lays of the Children of Húrin streift die Niederlage von Maedhros Heer, berichtet von der Gefangennahme Húrins, von seiner Verschleppung nach Angband, seiner Standhaftigkeit sowie der Verfluchung seiner Familie durch Morgoth. Der Prolog beginnt mit den folgenden Versen:

Den Rest des Beitrags lesen »

Hinterlasse einen Kommentar

Kruppes Träume

Zweiter Kommentar zu Steven Eriksons Roman Die Gärten des Mondes 1

Und wenn dieser Mann dich in deinen Träumen sieht,
[. . .] dann wird der Windhauch seines Vorbeiziehens
deine steifen Glieder bewegen
als würdest du laufen . . .
2

Die Nacht war finster
während ich wanderte
mein Geist nicht gebunden an Erde oder Stein [. . .]
3

In einem Interview äußerte Steven Erikson im Mai 2000 über seinen Protagonisten Kruppe, dass er mit dessen Charakter sein dirty work, subversive-wise abgeliefert habe. Funny how the most easily written work I`ve ever done turned out to be the most challenging for readers 4. Auf die Frage, ob er Kruppe von Beginn an als Hauptprotagonist konzipiert hat, oder er erst im Verlauf des Schreibens dazu wurde, antwortet S.Erikson in einem anderen Interview:

Kruppe couldn’t be anything but central, at least in his own mind. He`s great fun to write, because his game is with language. The opening scene where he encounters his vices and virtues did indeed come out of nowhere, but it certainly set the stage in my mind for how he was going to be from then on. [. . .] Kruppe became a kind of narrator / orator in a Greek play, always ready to comment on the goings on with a sly wink 5.

.

Den Rest des Beitrags lesen »

Hinterlasse einen Kommentar